Die Struktur des Pflegeangebots

Wird Pflege und Betreuung erforderlich, gibt es eine breite Auswahl an altersgerechten Wohnformen, die kurzzeitig oder dauerhaft genutzt werden können.

Je nach Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten für kurz- und langfristige Pflege, sowohl zuhause als auch in einer stationären Einrichtung. Pflegebedürftige können in ihrer eigenen Häuslichkeit verbleiben. Wurde ein Pflegegrad festgestellt, übernimmt die Pflegekasse einen Teil der pflegebedingten Kosten. Folgende Betreuungs- und Pflegeangebote sind möglich:

Die Mobilen Dienste unterstützt Pflegebedürftige im Alltag nach ihren individuellen Wünschen und fördert gleichzeitig ihre Selbstständigkeit. Ziel ist, dass der Mensch möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen und leben kann. Dafür werden unterschiedliche Begleitungs- und Unterstützungsleistungen angeboten:

Beratung zur individuellen Pflegesituation, etwa Pflegehilfsmittel, Wohnumfeld, Inkontinenzversorgung.

Qualitätssicherungsbesuche, um die pflegefachliche Unterstützung und die Qualität der häuslichen Pflege festzustellen. Bei der Zuordnung zu einem Pflegegrad und Bezug von Pflegegeld werden je nach Pflegegrad zwei bis vier Qualitätssicherungsbesuche jährlich im häuslichen Umfeld erbracht. Bei Pflegegrad 1 erfolgt der Qualitätssicherungsbesuch auf Wunsch des Kunden, ab Pflegegrad 2 muss er verpflichtend stattfinden.

Hausnotruf, dient dazu, sich zu Hause sicher zu fühlen und bei einem Notfall sofort Hilfe anfordern zu können. Der Hausnotruf besteht aus einem Funksender, der Signale an eine Notfallzentrale senden kann. Sobald man auf den Knopf drückt, wird ein Alarmsignal gesendet. Je nach Einstellung und Modell wird festgelegt, was dann passiert: Entweder, ein Angehöriger bekommt einen Anruf oder die Notrufzentrale wird benachrichtigt. Die Mobilen Dienste der Evangelischen Heimstiftung bieten kostenlose Beratung zum Hausnotruf an. Entscheidet man sich dafür, kümern sich die Mobilen Dienste um die Installation und die Einweisung.

Mobiler Mittagstisch, ist die Anlieferung eines Mittags- oder Abendessens nach Hause. Die Mobilen Dienste der Evangelischen Heimstiftung bieten zusätzlich auch Tiefkühlkost an, die einmal wöchentlich angeliefert wird.

Hauswirtschaftliche Leistungen wie Kochen, Waschen, Bügeln, Reinigungs- und Gartenarbeiten (inkl. Kehrwoche).

Betreuungs- und Entlastungsleistungen, die Betreuung etwa beim Vorlesen oder Spazierengehen, hauswirtschaftliche Versorgung wie Einkäufe oder Reinigung oder die Begleitung zu Arztbesuchen und Veranstaltungen.

Grundpflege als Unterstützung bei der Körperpflege, beim Ankleiden, Baden, Duschen und bei Toilettengängen.

Behandlungspflege nach ärztlicher Versorgung, also das Richten und Geben von Medikamenten, die Behandlung von Wunden, das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen, das Verabreichen von Injektionen und die Erfassung von Vitalzeichen.

Krankenhausersatzpflege, also die grundpflegerische und hauswirtschaftliche Nachbetreuung nach einem Klinikaufenthalt, nach ambulanten Operationen oder einer ambulanten Krankenhausbehandlung. Anspruchsberechtigt sind ausschließlich Personen ohne Pflegegrad. Sie haben einen Anspruch auf bis zu vier Wochen je Krankheitsfall, in begründeten Ausnahmen auch länger.

Krankenhausvermeidungspflege bedeutet, dass die Krankenversicherung für die Grund- und Behandlungspflege sowie die hauswirtschaftlichen Versorgungsleistungen aufkommt. Dies kann beantragt werden, wenn ein Krankenhausaufenthalt aufgrund einer akuten Behandlung notwendig ist, aber nicht möglich.

Verhinderungspflege als notwendige Ersatzpflege, wenn pflegende Angehörige wegen Urlaubs oder einer Erkrankung die Pflege nicht erbringen können. Voraussetzung ist die Zuordnung zu den Pflegegraden 2 bis 5 für mindestens sechs Monate. Es werden vorübergehend professionelle grundpflegerische und hauswirtschaftliche Dienstleistungen erbracht. Alle Tätigkeiten, die der pflegende Angehörige erbringt, können – ggf. auch stundenweise – ersetzt werden.

Die Mobilen Dienste der Evangelischen Heimstiftung bieten außerdem Pflegeschulungen für Angehörige an, die in der eigenen Häuslichkeit geführt werden sowie Pflegekurse für Gruppen, die mit speziellen Referenten und in Zusammenarbeit mit der Pflegekasse stattfinden.

Betreutes Wohnen bedeutet, dass der Pflegebedürftige in einer angemieteten oder erworbenen Wohnung zieht, die seniorengerecht eingerichtet ist und zusätzliche Leistungen anbietet, etwa einen Hausnotruf, ein Restaurant, ein Friseursalon und weitere Einrichtungen. Oft sind Betreute Wohnungen an einer Pflegeeinrichtung angeschlossen, so dass sich die Bewohner an einigen Leistungen des stationären Betriebs (wie etwa Feste, Gottesdienste oder Ausflüge) beteiligen können. Je nach Angebot gibt es mehrere Formen des Betreuten Wohnens:

Das WohnenPLUS ist ein besonderes Angebot der Evangelischen Heimstiftung, die Betreutes Wohnen, Leben in einer familiären Wohngemeinschaft mit Pflege und Betreuung rund um die Uhr sowie Tagespflege und einen Stützpunkt unserer Mobilen Dienste unter einem Dach vereint.

Seit 2016 kommt in allen neuen Betreuten Wohnungen der Evangelischen Heimstiftung das System ALADIEN zum Einsatz. ALADIEN steht für alltagsunterstützende Assistenzsysteme und Dienstleistungen. Es ist ein eigens entwickeltes System, das den Bewohner in seiner eigenen Wohnung im Alltag individuell unterstützt, etwa durch eine automatische Herdabschaltung, einem modernen Notrufsystem, Bewegungs- und Sturzsensoren und weiteren Elementen.

Die Tagespflege richtet sich an Menschen, die im eigenen Heim bleiben möchten, für die aber tagsüber nicht die notwendige Pflege und Betreuung möglich sind. Die Verantwortung für die Tagespflege übernimmt eine ausgebildete Pflegedienstleitung der Evangelischen Heimstiftung. Unterstützt wird sie von weiteren qualifizierten Fachkräften und Mitarbeitern. Pflegende Angehörige erhalten dadurch eine Entlastungsmöglichkeit, die finanziell von der Pflegekasse unterstützt werden kann.

In manchen Fällen sind die Unterstützung durch den Mobilen Dienst oder einer Tagespflege nicht ausreichend. In diesem Fall kann voll- bzw. teilstationäre Pflege in Anspruch genommen werden. Folgende Angebote sind möglich:

Ist ein erhöhter Pflege- und Betreuungsbedarf für eine absehbare Zeitspanne notwendig, etwa durch einen Krankenheitsaufenthalt oder weil die Angehörigen in Urlaub gehen, kann eine Kurzzeitpflege beantragt werden. Die Pflegekasse übernimmt fallbezogen einen Teil der Kosten.

Menschen mit einem Pflegegrad können für eine begrenzte Zeit die Leistungen eines Pflegeheims in Anspruch zu nehmen. Gründe können eine Krisensituation bei der häuslichen Pflege oder die Betreuung nach einem Krankenhausaufenthalt sein. Gerade bei älteren Menschen braucht es oft einige Zeit, bis sie zu Hause wieder selbstständig zurechtkommen oder die notwendige Pflege und Betreuung organisiert ist.

Reicht häusliche Krankenpflege im Anschluss an eine ambulante Operation oder einen Krankenhausaufenthalt nicht aus, so kann die Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim auch ohne Pflegegrad in Anspruch genommen werden. Laut Gesetz besteht der Anspruch auf bis zu acht Wochen je Krankheitsfall.

Vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim ist die richtige Entscheidung, wenn ein Leben zu Hause aufgrund eines hohen Unterstützungsbedarfs nicht mehr gut möglich ist oder der Wunsch nach mehr sozialen Kontakten und Betreuungsangeboten besteht. Vollstationäre Pflege bedeutet im Prinzip die soziale Betreuung und die Sicherstellung der Grund- und Behandlungspflege, Versorgung rund um die Uhr, die erforderliche hauswirtschaftliche Versorgung (Vollpension, Reinigung, Wäsche usw.) und alle Leistungen im Zusammenhang mit dem eigenen Zimmer und den Aufenthaltsbereichen.

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