Die Leistungen der Pflegeversicherung

Die Leistungen der Pflegeversicherung richten sich nach dem Pflegegrad, dem eine Person zugeordnet wird. Sie sind auch davon abhängig, ob jemand ambulant (zuhause oder im betreuten Wohnen), teilstationär, in der Tagespflege oder stationär (also im Pflegeheim) versorgt wird.

Um Leistungen zu erhalten muss der Versicherte einen Antrag auf Einstufung in einen Pflegegrad seiner Pflegekasse oder bei seiner privaten-Pflichtversicherung stellen. Bei der Ermittlung des Pflegegrads ist die Frage zentral, was jemand noch selbständig kann und in welchem Umfang er Unterstützung benötigt. Die Begutachtung zur Einstufung in einen Pflegegrad nimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder der Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PKV) vor und erstellt ein Gutachten. Über die Zuordnung eines Pflegegrades entscheidet die Pflegekasse auf Basis des Gutachtes und der Einschätzung ob und in welcher Schwere eine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Die Höhe der finanziellen Unterstützung der Pflegekasse hängt vom Pflegegrad ab, der im Rahmen dieser Begutachtung ermittelt wurde.

Versicherte, die bereits einen Antrag auf Leistungen bei der Pflegeversicherung gestellt haben oder bereits Leistungen der Pflegeversicherung beziehen, haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine umfassende fachliche Pflegeberatung. Auch pflegende Angehörige und weitere Personen, zum Beispiel ehrenamtliche Pflegepersonen, haben einen Anspruch auf eine fachliche Pflegeberatung. Voraussetzung hierfür ist die Zustimmung der Pflegebedürftigen Person.

Auch die Evangelische Heimstiftung berät Pflegebedürftige und ihre Angehörigen gerne unverbindlich, welche Leistungen jeweils individuell möglich und sinnvoll sind.

Ambulante Leistungen

Das Pflegegeld steht Versicherten zu, wenn mindestens der Pflegegrad 2 besteht und die Versicherten in ihrer eigenen Häuslichkeit von Angehörigen bzw. Ehrenamtlichen gepflegt und betreut werden. Versicherte die ausschließlich Pflegegeld erhalten müssen in den Pflegeraden 2 und 3 einmal halbjährlich so wie in den Pflegegraden 4 und 5 einmal vierteljährlich eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit in Anspruch nehmen.

Pflegesachleistungen können in Anspruch genommen werden, wenn der Versicherte in seiner Häuslichkeit die Pflege durch einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst oder von Einzelkräften in Anspruch nimmt, die mit der Pflegekasse einen Versorgungsvertrag abgeschlossen haben. Ggf. kann die Pflege nicht nur in der eigenen Häuslichkeit des Versicherten erbracht werden, sondern auch in der Häuslichkeit seiner Pflegeperson oder einer Pflege-WG. Zu den Leistungen zählen körperbezogene pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuungsmaßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung.

Kombinationsleistungen stellen in der Häuslichen Pflege eine Kombination von Geld- und Sachleistungen dar. Wenn Pflegebedürftige die ihnen zustehenden Sachleistungen nicht vollständig in Anspruch nehmen, bekommen sie ein anteiliges Pflegegeld erstattet. Dabei entscheiden Pflegebedürftige für einen Zeitraum von sechs Monaten, in welchem Verhältnis sie Geld- und Sachleistungen in Anspruch nehmen.

Versicherte in häuslicher Pflege, ab Pflegegrad 1, haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag. Der Betrag ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger und vergleichbar Nahestehender in ihrer Eigenschaft als Pflegende sowie zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen bei der Gestaltung ihres Alltags.

Versicherte in der häuslichen Pflege, ab Pflegegrad 2, haben Anspruch auf Verhinderungspflege. Ist die private Pflegeperson durch Urlaub, Krankheit oder anderen Gründen vorübergehend an der Versorgung des Versicherten verhindert, so übernimmt die Pflegekasse, für die Dauer von max. sechs Wochen pro Kalenderjahr, die Kosten für eine Ersatzpflege.

Versicherte in ambulant betreuten Wohngruppen haben unter bestimmten Voraussetzungen und zusätzlich zu den anderen Leistungen Anspruch auf einen monatlichen Wohngruppenzuschlag.

Versicherte die zu Hause leben haben Anspruch auf Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Dies sind Zuschüsse, die für Umbauten oder Ergänzungen der eigenen Wohnung eingesetzt werden können, um die ambulante Pflege zu erleichtern und den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit trotz Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen.

Versicherte haben Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Pflegehilfsmittel dienen dazu, die Beschwerden eines Pflegebedürftigen zu erleichtern, eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Es wird unterschieden zwischen technischen Hilfsmitteln wie Pflegebetten und zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln wie Handschuhe.

Leistungen für Angehörige sind zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung, zur Arbeitslosenversicherung und Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung, die die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen zahlt.

Beschäftigte die kurzzeitig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren müssen haben unter bestimmten Voraussetzungen und für einen vorgegebenen Zeitraum Anspruch auf eine Lohnersatzzahlung der Pflegeversicherung für entgangenes Arbeitsentgelt.


Teilstationäre Pflege und Kurzzeitpflege

Versicherte haben Anspruch auf Leistungen der teilstationäre Tages- und Nachtpflege, wenn die häusliche Pflege nicht mehr ausreichend sichergestellt werden kann oder wenn dies zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist.

Versicherte haben Anspruch auf Leistungen der Kurzzeitpflege, wenn die häusliche Pflege für kurze Zeit ausgesetzt werden muss oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt.


Stationäre Leistungen

Die Pflegeversicherung zahlt bei dauerhafter vollstationärer Pflege pauschale Leistungen für pflegebedingte Aufwendungen, einschließlich der Aufwendungen für Betreuung und für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege in Pflegeheimen.

Zusätzliche Betreuungsleistungen stehen allen pflegebedürftigen Versicherten in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Verfügung. Das bedeutet, dass die Pflegeversicherung in Abhängigkeit des Pflegegrads zusätzliche Mitarbeiter einstellt. Diese werden Alltagsbegleiter genannt und sind dafür da, die Bewohner von Einrichtungen bzw. Gäste von Tagespflegen im Alltag zu unterstützen und zu begleiten.

Aufenthalte in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen werden von der Pflegeversicherung bezuschusst.

Unter folgendem Link können Sie die Broschüre „Pflegeleistungen zum Nachschlagen“ des Bundesministeriums für Gesundheit kostenlos downloaden: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/pflege/details.html?bmg%5Bpubid%5D=2656


Leistungen der Krankenversicherung

Alle gesetzlich krankenversicherten Personen haben Anspruch auf Hilfsmittel von der Krankenkasse, um den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, eine drohende Behinderung vorzubeugen, eine Behinderung auszugleichen sowie um die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

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