Ab- und Aufbruch am Donauufer - Evangelische Heimstiftung qualifiziert Dreifaltigkeitshof für die Zukunft

An ihrem Traditionsstandort in Ulm baut die Evangelische Heimstiftung den Dreifaltigkeitshof zu einer modernen, zukunftsfähigen Einrichtung um. Es entstehen 120 Einzelzimmer in kleinen, familiären Wohngruppen, eine Tagespflege und 29 innovative Betreute Wohnungen. Insgesamt 26 Millionen Euro investiert die EHS in das Projekt, das in zwei Abschnitten durchgeführt wird und im Sommer 2019 an den Start geht.

Der Dreifaltigkeitshof in Ulm wurde bereits 1955 als Altenheim in zentraler Lage erbaut. 1985 übernahm die Evangelische Heimstiftung (EHS) die Einrichtung vom Ulmer Verein für Innere Mission. In den 1990er Jahren wurde das alte Gebäude saniert und um einen Rundbau erweitert. Um den Anforderungen der Landesheimbauverordnung zu erfüllen muss nun der Altbau komplett ersetzt und der Rundbau grundlegend baulich verändert werden. „Wir haben die anstehende Veränderungen als Chance genutzt, zukunftsfähige Angebote für unsere Kunden, moderne und sichere Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter und ein wirtschaftliches Haus für die Zukunft zu schaffen“, erklärt Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider.

Individuelles Angebot für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf

Mit dem Umbau werden die stationären Pflegeplätze im Dreifaltigkeitshof von 135 auf 120 reduziert. Gleichzeitig entstehen aber neue Angebote für Menschen mit geringem Pflegebedarf: 29 Betreute Wohnungen mit ALADIEN und direkter Anbindung an die Mobilen Dienste sowie eine Tagespflege für 15 Gäste. ALADIEN steht für Alltagsunterstützende Assistenzsysteme mit Dienstleistungen und wurde von der EHS speziell für Menschen mit Unterstützungsbedarf entwickelt. Im Erdgeschoss ziehen ein dreigruppiger Kindergarten und eine Physiopraxis ein. Im stationären Bereich wird der Altbau des Dreifaltigkeitshofs durch ein neues Gebäude mit 75 Einzelzimmern ersetzt, die 45 vorhandenen Zimmer im Rundbau werden saniert. Zukünftig wird das Haus nach dem Gemeinschaftsmodell geführt, mit großen Einzelzimmern in kleinen, familiären Wohngruppen, um Selbstbestimmung und Teilhabe zu fördern.

Dreijähriges Bauprojekt in zwei Phasen

Die Planung des anspruchsvollen Projekts war für die Evangelische Heimstiftung keine leichte Aufgabe. „Wir wissen, dass die lange Bauphase und die große Veränderung für die Mitarbeiter, Bewohner und Angehörigen sehr belastend wird“, sagt Hauptgeschäftsführer Schneider, „das tut uns leid und wir haben explizit nach einer Lösung gesucht, die diese Belastung möglichst gering hält“. Diese ergab sich im Juni 2018, als deutlich wurde, dass das neue Kurt-Ströbel-Haus in Dornstadt zeitlich mit dem Baubeginn in Ulm fertig wird und daher als Interimsquartier genutzt werden kann. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit auf drei Jahre und das Projekt ist in zwei statt den bisher geplanten drei Bauabschnitten realisierbar.

Nachdem der Aufsichtsrat am 24. Oktober grünes Licht für das Projekt gab können im Juli 2019 etwa 50 Bewohner in das elf Kilometer entfernte Kurt-Ströbel-Haus nach Dornstadt umziehen. Die Ulmer Hausdirektorin Kornelia Menden-Gräter wird die Bewohner und Mitarbeiter begleiten und das neue Haus in der Eröffnungsphase leiten. Etwa 50 Bewohner bleiben im bestehenden Gebäude in Ulm und ziehen nach Fertigstellung des Neubaus Ende 2021 dort ein, um die Sanierung des Bestandsgebäudes zu ermöglichen. Der Dreifaltigkeitshof wird ab Baubeginn von der künftigen Hausdirektorin Corinna Schiefer verantwortet, die dann Bewohner und Mitarbeiter vor Ort begleitet. Der Baubeginn ist im Juli 2019 vorgesehen, die Fertigstellung derzeit für Mai 2022 geplant.

Offene Information für Kunden, Angehörige und Mitarbeiter

Die Mitarbeiter des Dreifaltigkeitshofs wurden bereits vor dem Aufsichtsratsbeschluss informiert. „Wir haben zahlreiche Bauprojekte und wissen, dass unsere Mitarbeiter Wert auf offene Kommunikation legen“, erklärt Schneider, „deshalb haben wir sie auch vor dem offiziellen Beschluss ins Boot geholt“. Unmittelbar nach der Aufsichtsratssitzung fand eine Veranstaltung für Angehörige und Bewohner statt. Im kommenden Jahr sind Einzelgespräche mit allen betroffenen Mitarbeitern und Kunden geplant. Alle Bewohner und Mitarbeiter, die für die Bauzeit nach Dornstadt ziehen, erhalten neue Verträge mit Rückkehrgarantie. „Wir wissen, dass es nicht einfach wird, wir sind aber sicher, dass wir für jeden Einzelnen eine einvernehmliche Lösung finden“, sagt Schneider.