Ludwig-Uhland-Residenz wird feierlich eingeweiht - Bad Wildbad: Erste WohnenPLUS-Residenz ist gleichzeitig 100. Einrichtung der EHS

Am 1. Oktober 2018 hat die Evangelische Heimstiftung die Ludwig-Uhland-Residenz in Bad Wildbad eröffnet. Die Stadt ist damit Pilotstandort für das WohnenPLUS-Konzept der EHS und bietet pflegebedürftigen Menschen eine ambulante Alternative zum klassischen, stationären Pflegeheim. Am Dienstag wird die Residenz eingeweiht. Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider, Bürgermeister Klaus Mack und Sozialdezernent Norbert Weiser begrüßen gemeinsam die Gäste.

Es ist in zweifacher Hinsicht eine außergewöhnliche Einweihung, zu der die Evangelische Heimstiftung (EHS) am kommenden Dienstag nach Bad Wildbad einlädt. Zum einen wird die Ludwig-Uhland-Residenz als 100. Mitglied in der EHS-Familie aufgenommen. Zum anderen ist die Einrichtung die erste, die nach dem WohnenPLUS-Konzept geführt wird und damit die erste ihrer Art in ganz Baden-Württemberg. „Mit WohnenPLUS bieten wir Menschen mit Pflegebedarf eine Alternative zum klassischen Pflegeheim“, erklärt Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider, „indem wir sie individuell und vollständig ambulant versorgen“.

Das Konzept WohnenPLUS: individuelles Wohnen und Pflege

Möglich wird dies, weil WohnenPLUS aus verschiedenen, individuell nutzbaren Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangeboten besteht, die unterschiedlich kombiniert werden können. In der Ludwig-Uhland-Residenz können Kunden entweder in eine der 26 Pflegewohnungen oder in eines der zwölf Apartments der betreuten Wohngemeinschaft wohnen. In beiden Fällen können sie Pflege- und Betreuungsangebote der Mobilen Dienste nutzen. Darüber hinaus wurde im Haus eine Tagespflege eingerichtet, die sowohl Bewohnern der Residenz als auch externen Gästen zur Verfügung steht. Sie ist täglich geöffnet und kann bis zu 15 Tagesgäste aufnehmen. Auch diese wird von den Mobilen Diensten betrieben. „Durch die Kombination der unterschiedlichen Wohn- und Betreuungsangeboten können wir Menschen so betreuen, wie sie es individuell brauchen“, erklärt Schneider.

Pflegewohnungen mit ALADIEN und ambulant betreute Wohngemeinschaft

Die 26 Pflegewohnungen sind zwischen 37 und 58 Quadratmetern groß und verfügen jeweils über ein barrierefreies Bad. Sie sind außerdem mit der ALADIEN-Technologie ausgestattet. ALADIEN steht für Alltagsunterstützende Assistenzsysteme mit Dienstleistungen und wurde von der EHS speziell für Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf entwickelt. ALADIEN wird über ein bedienerfreundliches und für Senioren optimiertes Tablet gesteuert, das zur Grundausstattung jeder Wohnung gehört. Je nach Bedarf können Leistungen hinzugefügt oder abgewählt werden.

Die ambulant betreute Wohngemeinschaft besteht aus zwölf, jeweils 30 Quadratmeter große Apartments. „Sie ist ein baulich, organisatorisch und wirtschaftlich eigenständiger Bereich, der sich speziell an Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz bzw. demenziellen Erkrankungen richtet“, erklärt Regionaldirektorin Susanne Maier-Koltschak.

Das Prinzip der geteilten Verantwortung

Grundlage von WohnenPLUS ist das Prinzip der geteilten Verantwortung. Demnach übernehmen Bezugspersonen aus dem persönlichen Helfernetz (Angehörige, Nachbarn, Kirchengemeinde, Ehrenamt etc.) weiterhin Verantwortung für eine gelingende Pflege und Betreuung, gemeinsam mit den professionellen Diensten der EHS. Ziel dieses Bürger-Profi- Mix ist es, den Kunden größtmögliche Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Teilhabe und gleichzeitig eine hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dazu sind eine verlässliche Abstimmung zwischen den professionellen Diensten, dem Kunden und seinem persönlichen Helfernetz erforderlich. Um dies sicherzustellen wird zwischen dem Kunden und seiner Bezugsperson eine Teilhabevereinbarung geschlossen. Ziel dieser Vereinbarung und des Wochenplans ist es, die vom Kunden gewünschten Unterstützungsleistungen sowie die Aufgaben und Verantwortlichkeit für deren Erbringung festzulegen.

Vielfältiges Pflege- und Betreuungsangebot in Bad Wildbad

Insgesamt etwa acht Millionen Euro hat die EHS in die WohnenPLUS-Residenz investiert. Die Deutsche Fernsehlotterie unterstützte den Neubau der Wohngemeinschaft mit einer Förderung in Höhe von 300.000 Euro. „Das war uns der Standort Wert, denn wir wissen um den steigenden Bedarf der Menschen nach Pflege und Betreuung“, sagt Schneider. Neben dem stationären König-Karl-Stift haben Menschen in Bad Wildbad und Umgebung nun auch eine ambulante Alternative vor Ort. „Die konstruktive, unkomplizierte Abstimmung mit dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung hat sich auch bei diesem Projekt bewährt“, lobt Prokurist Ralf-Oldendorf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. „Ein ganz besonderer Lob gilt unseren Mitarbeitern, die dieses Projekt von Beginn an tatkräftig unterstützt haben“, sagt Helene Zipf. Die Hausdirektorin des König-Karl-Stifts hat auch die Leitung der Residenz übernommen. Zipf hatte auch die Hausdirektion des ehemaligen Ludwig-Uhland-Stifts inne.

Offizielle Einweihung am Dienstag, 27. November um 14.30 Uhr.

Beim Festakt begrüßt Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider die Gäste. Bürgermeister Klaus Mack, Sozialdezernent Norbert Weiser, Architekt Romeo Kühnl, Geschäftsführer Jürgen Breuning und Oliver Stephan vom Förderverein sprechen Grußworte. Einen Ausblick formulieren die Regionaldirektorinnen Susanne Maier-Koltschak und Silke Breuninger. Für das geistliche Wort ist Pfarrerin Angelika Germann zuständig. Das A-Capella Vokalensemble Double-Q begleitet die Veranstaltung musikalisch. Pressevertreter sind herzlich zur Einweihung eingeladen.