Grundsteinlegung für die Friess-Wilhelm-Residenz - In Tübingen entsteht ambulantes Quartiershaus für Menschen mit Pflegebedarf

Es wird die dritte ihrer Art im Land sein: In der Friess-Wilhelm-Residenz in Tübingen setzt die Evangelische Heimstiftung ab Herbst 2019 ihr innovatives WohnenPLUS-Konzept um. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Pflegebedarf und bietet eine ambulante Alternative zum klassischen, stationären Pflegeheim. Nach Bad Wildbad und Heidenheim wird Tübingen damit der dritte Pilotstandort für das WohnenPLUS-Konzept. Bei der Grundsteinlegung am Freitag begrüßen Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider und die Erste Bürgermeisterin Dr. Christine Arbogast gemeinsam die Gäste.

„Heute ist ein ganz besonderer Tag“, sagt Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung (EHS), „denn wir legen den dritten WohnenPLUS-Grundstein in ganz Baden-Württemberg, hier am Traditionsstandort Tübingen“. Damit markiert die EHS den Baubeginn der Friess-Wilhelm-Residenz, ein modernes Quartiershaus nach dem WohnenPLUS-Konzept. So nennt die EHS ihre eigens entwickelte Wohnform, die aus verschiedenen, individuell nutzbaren Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangeboten besteht. Gerichtet ist das Angebot an Menschen mit Pflegebedarf. Insgesamt etwa acht Millionen Euro investiert die EHS in das Projekt.

In der WohnenPLUS-Residenz leben die Bewohner in einer der 32 modernen Pflegewohnungen, die mit der ALADIEN-Technologie ausgestattet sind. Sie können zusätzlich Dienstleistungen der Mobilen Dienste nutzen oder die Tagespflege besuchen, die für 15 Tagesgäste ausgerichtet ist und an sieben Tagen in der Woche zwischen acht und 18 Uhr geöffnet hat. Beide Angebote werden von den Mobilen Diensten der EHS betrieben und befinden sich ebenfalls in der Residenz. Die Mobilen Dienste beziehen ein eigenes Büro. So sind eine hohe Versorgungssicherheit, individuelle Wohnarrangements und gleichzeitig Beratung und Dienstleistung möglich. „Wir bieten damit eine Alternative zum klassischen Pflegeheim, indem wir pflegebedürftige Menschen vollständig ambulant in der eigenen Häuslichkeit betreuen“, erklärt Clemens Miola, der zuständige Regionaldirektor.

Pflegewohnen mit ALADIEN und ambulanter Betreuung

Bei den 32 Pflegewohnungen handelt es sich um Ein- bis Drei-Zimmer-Apartments mit Größen zwischen 33 und 80 Quadratmetern. Jede Wohnung verfügt über ein barrierefreies Badezimmer und einen Balkon. Eine Besonderheit von WohnenPLUS ist ALADIEN, der in allen Pflegewohnungen zum Einsatz kommt. ALADIEN steht für Alltagsunterstützende Assistenzsysteme mit Dienstleistungen und wurde von der EHS speziell für Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf entwickelt. Es bedeutet, dass technische Systeme wie eine automatische Licht- und Rollladensteuerung, eine automatische Herdabschaltung, Sturzsensoren oder ein moderner Hausnotruf die Bewohner im Alltag unterstützen. Hinzu kommen Dienstleistungen, die durch die Mobilen Dienste bzw. durch Angehörige oder örtliche Gruppen erbracht werden können. ALADIEN steuert diesen Mix aus Technik und Dienstleistung individuell über ein bedienerfreundliches und für Senioren optimiertes Tablet, das zur Grundausstattung jeder Wohnung gehört. Je nach Bedarf können Leistungen hinzugefügt oder abgewählt werden.

Evangelische Heimstiftung erweitert Angebot in Tübingen

Besonders wichtig ist auch bei diesem Projekt die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. „Wir freuen uns, dass wir mit dem Oberbürgermeister und der Stadt Tübingen so ein gutes und langjähriges Vertrauensverhältnis haben“, lobt Ralf Oldendorf, Prokurist für Regionen und Markt bei der EHS. Denn durch die WohnenPLUS-Residenz wird das Pflege- und Betreuungsangebot am Standort Tübingen erweitert. Das Luise-Wetzel-Stift, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur neuen Einrichtung befindet, bietet 120 stationäre Pflegeplätze und 54 Betreute Wohnungen an. In unmittelbarer Nachbarschaft werden von der EHS zudem zwölf Apartments der Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen (GWG) betreut, nach einem individuellen Konzept unter dem Namen „Betreutes Wohnen in Gemeinschaft“.

Die neue Residenz bietet einerseits eine ambulante Alternative für Menschen mit Pflegebedarf und andererseits auch ein wichtiges Zusatzangebot für die Bewohner des Luise-Wetzel-Stifts, etwa durch die Tagespflege. Kunden und Angehörige können sich ab 2019 entscheiden, welches Arrangement für sie das richtige ist. Die Evangelische Heimstiftung berät bei der Entscheidung. „Ein ganz besonderes Lob gilt unseren Mitarbeitern, die dieses Projekt von Beginn an tatkräftig unterstützen“, sagt Heike Merz. Die Hausdirektorin des Luise-Wetzel-Stifts wird auch die Leitung der neuen WohnenPLUS-Residenz übernehmen.

Die feierliche Grundsteinlegung findet am Freitag, 23. März ab 14.30 Uhr im Luise-Wetzel-Stift statt. Die Begrüßung übernimmt Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider. Grußworte sprechen die erste Bürgermeisterin Dr. Christine Arbogast und Frank Bechle vom FK Systembau. Regionaldirektor Clemens Miola und Hausdirektorin Heike Merz geben einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des Standortes Tübingen. Für das geistliche Wort ist Dekanin Elisabeth Hege zuständig. Die musikalische Begleitung übernimmt Peter Weiß am Akkordeon.