Ausgabe 1/2019

Perspektiven „Mit durchdachten technischen Lösungen können wir Menschen mit Einschränkungen das Leben tat- sächlich leichter machen und ihnen mehr Sicherheit verschaffen. “ Kiesel ist Elektrotechniker aus Rottenburg und Teil des Projekts Hammer 4.0. Seine Kunden, überwiegend Privatleute, wissen: Der Mann hat immer eine Idee, wie sich Alltagsprobleme mit- hilfe neuer Technik lösen lassen. Oft seien es kleine Dinge: Wie eine Fernbedie- nung für den Rauchmelder, eine sogenannte Blitzklingel, die nicht nur Geräusche von sich gibt, sondern auch ein helles Blitzlicht auslöst oder ein Bewegungssensor, der die Nachtbeleuch- tung automatisch einschaltet, wenn jemand aufsteht, um auf die Toilette zu gehen. „Es geht vor allem darum, alle diese technischen Assi- stenzsysteme kompatibel zu gestalten, sodass sie längerfristig einfach und übersichtlich von einem Gerät aus gesteuert werden – zum Beispiel über unser ALADIEN -Tablet“, erläutert Henning Koch. Viele der technischen Lösungen und Assistenzsysteme lassen sich in der ALADIEN - Musterwohnung der Evangelischen Heimstif- tung in Stuttgart auf Praxistauglichkeit testen. ALADIEN steht für das Zusammenwirken von Alltagsunterstützenden Assistenzsystemen mit Dienstleistungen. „Mit durchdachten tech- nischen Lösungen können wir Menschen mit Einschränkungen das Leben tatsächlich leichter machen und ihnen mehr Sicherheit verschaffen. Dies gilt nicht nur für die Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung, sondern insbeson- dere für Menschen in ihrem gewohnten Zuhau- se. Die Zusammenarbeit mit Handwerkern, die die Bedarfe dieser Kunden verstehen sowie die passenden technischen Lösungen kennen und umsetzen können, ist für einen langen Verbleib in den eigenen vier Wänden mit möglichst hoher Lebensqualität unabdingbar.“ Der Anfang ist gemacht Initiiert haben HAMMER 4.0 die Evangelische Heimstiftung und die Universität Tübingen, die Handwerkskammer und die Industrie- und Han- delskammer Reutlingen. Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Mit im Boot: der Kreis­ seniorenrat Tübingen sowie die Stuttgarter Tellur Gesellschaft für Telekommunikation und das Zentrum für Telemedizin (ZTM) in Bad Kis- singen. Die Projektleitung lag bei der EHS. Das Projekt Hammer 4.0 markiert den Beginn einer langfristigen Entwicklung. „Wir wollen den regionalen Handels-, Handwerks- und Dienst­ leistungsunternehmen dauerhaft neue, lukrative Geschäftsfelder eröffnen“, sagt Sylvia Weinhold, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Reut- lingen. Um das damit verbundene Wissen zu bündeln und öffentlich zugänglich zu machen, erstellte der Projektpartner ZTM eine HAMMER- Datenbank. Darauf aufbauend hat die Evange- lische Heimstiftung eine Wissensdatenbank (www.wiqqi.de ) geschaffen, deren Inhalte jedem Interessierten zur Verfügung stehen. „Aus der Heimstiftung“ 1/2019 15

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