Ausgabe 2/2025

Gute Pflege Das Magazin der Evangelischen Heimstiftung 2 | 2025 Impuls. — Weil unsere Haltung Kreise zieht

2 | Gute Pflege | 2_2025 | Impressum Verantwortlich: Bernhard Schneider Redaktion: Ann-Christin Kulick Telefon 0711 63676-125 redaktion@ev-heimstiftung.de Nicht gekennzeichnete Artikel sind von der Redaktion verfasst. Anschrift Redaktion Gute Pflege. Hackstraße 12, 70190 Stuttgart Gestaltung: AmedickSommer GmbH, Stuttgart Fotos: alle Fotos Evangelische Heimstiftung mit Ausnahme von: – Adobe Stock: S.1 , 3 (M.) Cloudy; S.2 (o.r.), 18, 21 New Africa; S.20 Sebelas Studio; S.23 salita2010; S.25 (u.li.) Lalida; S.25 (u.re.) Pastel; S.26 Adam Gregor; S.30 Ewelina – Privat: S.25 (o.) – Lutz Härer: S.33 Produktion und Druck: Offizin Scheufele, Druck und Medien GmbH + Co.KG Nachdruck und elektronische Verwendung nur mit schriftlicher Genehmigung. „Gute Pflege. Das Magazin der Evangelischen Heimstiftung“ erscheint dreimal jährlich. Auflage: 15.000 Herausgeber: Evangelische Heimstiftung GmbH www.ev-heimstiftung.de Der Bezugspreis ist durch den Beitrag abgegolten. Im Magazin werden, soweit möglich, neutrale, alle Geschlechter einschließende Begriffe verwendet – oberstes Gebot bleibt jedoch die Verständlichkeit der Sprache. 18 04 WOW. — Stolz von Beruf Kampagne 4 | WOW. Stolz von Beruf Innovation Hub 16 | Zukunft. Einen Schritt voraus Pflege im Fokus 18 | Sicher. Wie Gewaltschutz gelingt 24 | Gefragt. Gewaltfreie Kommunikation Rezertifizierung 28 | Balanceakt. Vereinbarkeit von Beruf und Familie Neues 30 | In Bewegung. Personalien 32 | Neue Führungskräfte. Kommentar – (E)InSicht 33 | Jetzt nicht stolpern! Freundeskreis 34 | Herzenswünsche. Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung Sitztreppe für Workshops und Präsentationen Think Tank Treppenhaus 0,0 m² Wand für "Kunst am Bau" 14,8 m² Besprechung 21,1 m² Teeküche 7,4 m² Team Corner 9,7 m² Open Space 14,5 m² Workshopraum 18,6 m² Denkerzelle 2,3 m² 25/25 25/25 Bildschirm Whiteboard Küche (bauseits) Komponenten auf Rolle Theke auf Rollen (bauseits) Besprecher (bauseits) Regalfach/Schubladen Regalfach Architekten Partnerschaft Stuttgart Fax 0711/64869-299 Tel. 0711/64869-200 70197 Stuttgart Rotebühlstr. 169/1 www.arp-stuttgart.de INNOVATION HUB Hackstr. 16/1 INNENRAUMKONZEPT BÜRO 3.OG WORKSHOPS 1.OG BÜRO 2.OG LIVING LAB EG NEBENRÄUME UG 04.04.2025 Blick auf Teeküche und Think Tank Bodenbeschichtung EHS anthrazitgrau RAL 7012 Teppichboden Büro Kugelgarn 341 volcan Wandoberfläche, Decke + Treppe Beton sichtbar Alu-Glastüre + Stahlzarge RAL 7021 schwarzgrau HPL Türblatt Pfleiderer Kreide U11102 Holzsockel h=60mm weiss Beleuchtung Büros Schreinermöbel RAL Design 227.236.228 EHS Olive Wandfarbe weiß Rauhfaser 20 Pro Deckensegel Ecophone solo Küche Edelstahl 16

| Gute Pflege | 2_2025 | 3 Gute Pflege. Das Magazin der Evangelischen Heimstiftung. Liebe Leserinnen, liebe Leser, manchmal braucht es einen Impuls von außen, um wieder klar zu sehen. Nur einen kleinen Anstoß, der eine Veränderung in Gang setzt. Um diesen Impuls dreht sich alles in der neuen Ausgabe der Guten Pflege. Die Evangelische Heimstiftung setzt mit ihrer Kampagne „Proud to Care“ einen Impuls, damit Menschen, die in der Altenpflege arbeiten, den Wert und die Bedeutung ihrer Arbeit erkennen und diesen mit Stolz nach außen tragen. Und sie setzt einen Impuls für eine Veränderung in der Gesellschaft – einen neuen Blick auf die Pflege zu schaffen. Ein Ausrufezeichen setzt auch das neue Gewaltschutzkonzept der EHS. Es zeigt: Kleine Dinge können große Wirkung haben, und wir gestalten ein sicheres Miteinander, in dem wir offen und achtsam mit den Menschen um uns umgehen. Das gelingt besonders gut mit der Gewaltfreien Kommunikation – mehr dazu im Interview dieser Ausgabe. Viele weitere kleine und große Denkanstöße beinhaltet das Magazin: ob zum Innovation Hub, dem Ort für Kreativität und interdisziplinäre Zusammenarbeit in der EHS, dem Christopher Street Day, den die Heimstiftung in diesem Jahr erstmalig als Sponsor unterstützt, oder dem Podcast „Gute Pflege? Keine Frage.“, der Einblicke in die Vielfalt der Altenpflege gibt. Viel Freude beim Lesen. Eure Gute-Pflege-Redaktion Gute Pflege Das Magazin der Evangelischen Heimstiftung 2 | 2025 Impuls. — Weil unsere Haltung Kreise zieht 28

4 | Gute Pflege | 2_2025 | WOW. — Stolz von Beruf Kampagne

| Gute Pflege | 2_2025 | 5 Als größtes diakonisches Pflegeunternehmen in Deutschland hat die Heimstiftung 2025 die Kampagne „Proud to Care“ gestartet. Ziel ist es, das Selbstvertrauen der Mitarbeitenden in den Pflegeberuf zu stärken und gängige Stereotypen in der Öffentlichkeit zu entkräften. Alle, die bei der Heimstiftung und in der Pflege arbeiten, dürfen und sollen stolz auf ihre Jobs sein. Wichtig dabei: Es geht ganz bewusst nicht nur um Pflegefachkräfte, sondern um alle Berufe und Jobs, die es im Pflegebereich gibt, ganz egal ob Betreuung, Verwaltung und viele mehr. Aus gutem Grund „Wir sind überzeugt, dass gute Pflege eine wertvolle Dienstleistung ist, die nicht nur gutes Geld verdient, sondern auch höchsten Respekt. Unsere Mitarbeitenden sind hochprofessionell, gut ausgebildet, sowohl im medizinischen als auch im sozialen Bereich, und sie leisten täglich einen bewegenden Job, der Menschen in der letzten Lebensphase Kraft und Qualität schenkt. Das, was Pflege kann, das kann nicht jeder“, erklärt Dr. Alexandra Heizereder, Pressesprecherin und Projektleiterin der Kampagne. Dennoch redet die Öffentlichkeit manchmal schlecht über die Pflege und auch viele Mitarbeitende tun sich schwer, gut über ihren Beruf zu sprechen. Das schadet dem Ruf und dem Image der Pflege und wird ihr vor allen Dingen nicht gerecht. „Das wollen wir ändern, mit einer Kommunikationskampagne, die von innen nach außen wirkt“, sagt Alexandra Heizereder. Das Image eines Arbeitgebers entsteht nicht erst, wenn man Stellen ausschreibt. Echtes Employer Branding fängt mit dem Selbstverständnis an, dass man als Unternehmen nicht nur Dienstleister, sondern auch Arbeitgeber ist – > > > Mit einer ungewöhnlichen Kommunikationskampagne setzt sich die Evangelische Heimstiftung in diesem Jahr dafür ein, den Berufsstolz von Pflegekräften zu wecken und die Gesellschaft für Pflegeberufe zu begeistern. „Wir sind überzeugt, dass gute Pflege eine wertvolle Dienstleistung ist, die nicht nur gutes Geld verdient, sondern auch höchsten Respekt.“ Dr. Alexandra Heizereder, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation und Politik

6 | Gute Pflege | 2_2025 | und dass damit auch die Verantwortung verbunden ist, sich als solches kontinuierlich zu positionieren. Kurzgesagt: „Alles, was wir sagen und tun, zahlt auf unser Image als Arbeitgeber ein. Unterm Strich ist es also auch eine Frage der inneren Haltung und des Mindsets. In Zeiten von Fachkräftemangel müssen auch wir uns um die guten Leute bewerben – und eine überzeugende Marke gehört dazu.“ All diese Ziele bedürfen echter Veränderung und die ist nur von innen möglich. Auch die Rahmenbedingungen im Beruf müssen stimmen. Deshalb setzt die Heimstiftung die bundesweit höchsten Personalschlüssel um, bezahlt nach Diakonietarif, bietet Fort- und Weiterbildungsprogramme an, fördert Innovation und engagiert sich auch politisch. „Aber gute Rahmenbedingungen allein machen kein gutes Image. Erst, wenn alle selbstbewusst für ihre Branche einstehen, wenn sie ihren Beruf mit Stolz vertreten, bekommt er die Relevanz, die er verdient. Und je relevanter die Pflege als Branche wird, desto besser können auch die Rahmenbedingungen werden“, erklärt Alexandra Heizereder. > > > Kampagne Die Kampagnenslogans Aus Fokusgruppengesprächen, Interviews und Umfragen mit zahlreichen Mitarbeitenden der EHS sind fünf Kampagnenslogans entstanden, die jeweils bestimmte Attribute zusammenfassen, auf die Mitarbeitende in der Altenpflege besonders stolz sein dürfen. Hinter jedem Spruch stehen also echte Inhalte. Im Überblick: „Du bist das Herz das mitfühlt.“ Weil Pflege kein Kuschelkurs ist, sondern echte Sozialkompetenz und Berufserfahrung braucht. Menschen in der Altenpflege pflegen Beziehungen zu Menschen, geben Sicherheit und entlasten Angehörige. „Du bist der Sachverstand, der hilft.“ Denn Pflegekräfte rufen Fachwissen sofort ab, können mit komplexen und neuen Situationen umgehen und bringen jungen Leuten Berufe bei. „Du bist die Schulter, die trägt.“ Im Pflegealltag geht es um Leben und um Sterben. Pflegekräfte schützen die Würde der Menschen, erhalten ihre Lebensqualität. Sie sind Organisationstalente und Beziehungsexperten.

| Gute Pflege | 2_2025 | 7 „Du bist das Auge, das tiefer blickt.“ Unsere Mitarbeitenden wissen, wie sie Menschen wieder aktivieren und wie Fortschritte möglich sind, die niemand mehr sieht. Und sie erinnern Menschen daran, wie schön das Leben ist, auch wenn sie es selbst vergessen. „Du bist das Wow mit Know-how.“ Ob es um Organisationsgeschick, Fachwissen oder Einfühlungsvermögen geht – Pflegekräfte sind Profis durch und durch. Sie schaffen ein Netzwerk aus Ehrenamt und Nachbarschaft und sorgen für Teilhabe und Lebensqualität. > > > Die Phasen der Kampagne Die ersten Monate lief die Kampagne mit internem Fokus. Die eigenen Mitarbeitenden sollten zunächst die Qualitäten ihrer Arbeit erkennen, sich diese bewusst machen und den Stolz darauf entwickeln beziehungsweise lernen, diesen auch zu zeigen. Denn Menschen in der Pflege sind nicht nur Pflegefachkräfte, sondern auch Organisationstalente, Vertrauenspersonen, Beziehungsexpertinnen, Quartiersmanager und noch viel mehr. Darauf sind Menschen in der Pflege stolz – Ziel der Kampagne ist es, dass sie diesen Stolz auch selbstbewusst zeigen. Intern entfaltet das Projekt bereits Wirkung. „Wir merken, welchen Rückenwind die Kampagne bekommt. Kolleginnen und Kollegen machen begeistert mit, weil sie stolz sind und das nun auch zeigen wollen. Viel Überzeugungsarbeit

8 | Gute Pflege | 2_2025 | „Der Azubitag unserer Region stand ganz im Zeichen der Stolz-Kampagne. Aus unterschiedlichen Perspektiven haben wir gemeinsam erarbeitet, was den Pflegeberuf so wertvoll und besonders macht.“ Patrick Vilmin, Hausdirektor Martin-Haug-Stift Freudenstadt Kampagne > > > mussten wir also nicht leisten – was ein tolles Zeichen und eine Bestätigung für die Kampagne ist“, sagt Alexandra Heizereder. Im Mai ist die Kampagne nun in ihre externe Phase gestartet. Unter dem Motto „Wir sind das Wow mit Know-how“ zeigen die Mitarbeitenden der EHS an über 100 Standorten seit dem Internationalen Tag der Pflege auch stolz nach außen: Wir sind die gute Pflege. „In der dritten Phase haben wir das beliebteste Motiv genommen und es für die Ansprache externer Zielgruppen angepasst“, erklärt Alexandra Heizereder den weiteren Projektverlauf. Wir sind das Wow mit Know-how. Wir sind die gute Pflege. Der Call-to-Action zielt darauf ab, Menschen für ihre eigene Rolle zu sensibilisieren: „Altenpflege braucht Menschen die dafür gemacht sind. Und eine Gesellschaft, die sich > > > Die Fotobox – auch ein Highlight am Azubitag der Region Tübingen

| Gute Pflege | 2_2025 | 9 „Laut und selbstbewusst zu sagen, worauf wir als Mitarbeitende der Altenpflege stolz sind und wie vielfältig und erfüllend diese Arbeit ist, macht Spaß. Probiert es doch mal aus!“ Heike Merz, Hausdirektorin Luise-Wetzel-Stift Tübingen Stark im Team. Am Tag der Pflege und an jedem anderen Tag.

10 | Gute Pflege | 2_2025 | > > > dafür einsetzt.“ Seit Mai ist die Kampagne deshalb auch im öffentlichen Raum zu sehen. Als größtes diakonisches Pflegeunternehmen in Deutschland nimmt die EHS damit ihre Verantwortung wahr. „Das Kampagnen-Video wurde über einen Zeitraum von vier Wochen in zahlreichen Kinos in Baden-Württemberg als Werbung ausgespielt. Außerdem ergänzten eine Ad-Kampagne auf Youtube sowie Postings auf den unternehmenseigenen Social Media Kanälen. „Die Evaluation für die externe Kampagne zeigt, dass wir auf allen Kanälen starke Leistungswerte „Zu unserer Jubiläumsfeier hatten wir die Fotowand im Einsatz und viele waren begeistert dabei – wir sind das Wow mit Know-how, seit 50 Jahren.“ Martina Schaub, Hausdirektorin Blumhardt-Haus Uhingen Kampagne > > >

| Gute Pflege | 2_2025 | 11 „Mit dieser Kampagne können wir gemeinsam die Pflege voranbringen und zeigen was uns ausmacht – wir sind proud to care!“ Tobias Lechner, Hausdirektor Johanniterstift Plochingen Eine Segway-Tour durch Plochingen, ganz im Zeichen der Altenpflege Im öffentlichen Raum werden die Kampagnenslogans auch über Postkarten kommuniziert

12 | Gute Pflege | 2_2025 | erzielen konnten. Besonders die zielgruppengenaue Ausspielung im Kino und die überdurchschnittlichen Werte auf YouTube unterstreichen die Wirksamkeit der gewählten Maßnahmen“, erklärt Dr. Alexandra Heizereder. Insgesamt wurden weit über eine halbe Million Menschen erreicht. Außerdem haben Banner an über 120 Standorten, Passanten, Besucher und Partner auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Aktionen in Einrichtungen und im Quartier rund um den Tag der Pflege haben zudem die Aufmerksamkeit auf die Kampagne erhöht. Weitere Bausteine der Kampagne sind ein Podcast mit dem Titel „Gute Pflege? Keine Frage.“, der alle zwei Wochen erscheint und authentische Einblicke in die Arbeit rund um die Pflege vermittelt und damit einer Zielgruppe zugänglich macht, die bislang keine eigenen Erfahrungen mit der Altenpflege hat. Ein Shop mit Merchandise-Produkten verstärkt außerdem die Identifikation der Mitarbeitenden. Denn eines hat die Kampagne wieder einmal gezeigt: „Die Mitarbeitenden sind die wichtigsten Botschafterinnen und Botschafter für Gute > > > Kampagne Mobiles Werbemittel: Auch über Busbeschriftung findet die Kommunikation nach außen statt Die Online-Kampagne rund um den Tag der Pflege erreichte über 500.000 Menschen > > >

| Gute Pflege | 2_2025 | 13 „Die Mitarbeitenden sind die wichtigsten Botschafterinnen und Botschafter für Gute Pflege.“ Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der EHS

14 | Gute Pflege | 2_2025 | Kampagne Pflege. Sie können den Stolz der Altenpflege selbstbewusst nach außen tragen und damit wirklich etwas verändern“, sagt Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider. „Ein ‚Engelskreis‘, eine Aufwärtsspirale – das wäre unser Ziel. Inwieweit das gelingt, bleibt abzuwarten. Und auch, welche mittel- und langfristigen Wirkungen die Kampagne haben wird. Wir evaluieren intern natürlich regelmäßig, entweder über Gespräche und Nachfragen oder auch über eine Mitarbeiterumfrage. Unterm Strich ist die Wirkung von Kommunikation aber erst mit der Zeit sichtbar – und nicht immer direkt messbar. Wir sind dennoch überzeugt, dass solche Kampagnen Sinn machen. Weil wir alle gemeinsam dafür verantwortlich sind, welches Image die Pflege hat. In diesem Sinne sehen wir ab von Konkurrenzdenken und freuen uns über jede gute Kampagne und innovative Aktion, die dem Pflegeimage guttut. Nachahmer erwünscht, sozusagen“, erklärt Dr. Alexandra Heizereder. > > > Weitere Informationen Zur Kamapgnen-Seite: Proud to Care Zum „Proud to Care“-Shop:

| Gute Pflege | 2_2025 | 15 Gut Gute Pflege? Keine Frage. Altenpflege braucht Menschen, die dafür begeistern: - Einblicke in den Pflegealltag - Hintergründe zu Finanzierung, Beratung, Pflege und Betreuung - Interviews mit Fachexperten Der Podcast der EHS ist zurück! Gut Gute Pflege? Keine Frage. Altenpflege braucht Menschen, die dafür begeistern: - Einblicke in den Pflegealltag - Hintergründe zu Finanzierung, Beratung, Pflege und Betreuung - Interviews mit Fachexperten Der Podcast der EHS ist zurück! Gut Gute Pflege? Keine Frage. Altenpflege braucht Menschen, die dafür begeistern: - Einblicke in den Pflegealltag - Hintergründe zu Finanzierung, Beratung, Pflege und Betreuung - Interviews mit Fachexperten Der Podcast der EHS ist zurück! www.ev-heimstiftung.de/Podcast Gut Gute Pflege? Keine Frage. Altenpflege braucht Menschen, die dafür begeistern: - Einblicke in den Pflegealltag - Hintergründe zu Finanzierung, Beratung, Pflege und Betreuung - Interviews mit Fachexperten Der Podcast der EHS ist zurück! www.ev-heimstiftung.de/Podcast

16 | Gute Pflege | 2_2025 | Der Innovation Hub ist nicht nur ein Gebäude, sondern die Verwirklichung einer Idee, die die Heimstiftung schon lange beschäftigt: die Vision eines zentralen Ortes für Innovation und Zukunftsgestaltung in der Pflege. Und es ist das Bekenntnis des Unternehmens zu gelebter Innovation. „Für uns bedeutet Innovation, mutig weiterzudenken, um die Lebensqualität der Menschen in unseren Einrichtungen zu verbessern“, sagt Dr. Judith Schoch, Leiterin des Instituts für Innovation, Pflege und Alter (IPA), die den Hub verantworten wird. Mit dem Richtfest wird für alle zum ersten Mal sichtbar, wie im Innovation Hub gearbeitet, geforscht und weitergedacht werden soll. Im kommenden Frühjahr werden einige Teams aus der Zentrale in den Innovation Hub ziehen. Sie kommen aus unterschiedlichen Bereichen: dem IPA, den Referaten Theologie und Ethik, Pflege und Alltagsbegleitung, Wohnen und Quartier, Markt und Umwelt sowie Europapolitik. Ziel ist es, dass sie ihre verschiedenen Themen und unterschiedlichen Arbeitsweisen und Perspektiven einbringen. Und dass aus diesem Zusammenspiel und vor dem modernen Hintergrund des Hubs echte Innovation möglich wird: indem sie diskutieren, ausprobieren, kritisch hinterfragen und vor allem mutig weiterdenken. Dafür entsteht mit dem neuen Gebäude im Innenhof der Zentrale auch ein neues Betriebskonzept, das auf drei Säulen basiert: Neue Arbeitsplätze Im Hub entstehen 16 moderne Arbeitsplätze für rund 30 Mitarbeitende verschiedener Fachbereiche. Das offene Raumkonzept mit Desksharing per App ermöglicht eine flexible Nutzung und intensiven Austausch. Ziel ist es, fachliche Themen und Innovationen bereichsübergreifend, schneller und kreativer voranzubringen. Future Lab Mit Inbetriebnahme des Innovation Hub wird die EHS-Musterwohnung im Stuttgarter PaulCollmer-Haus aufgelöst und durch ein Future Lab in der Zentrale ersetzt. Ob digitale Assistenzsysteme, Robotik oder Sensorik – das Future Lab schafft einen praxisnahen Rahmen, in dem Fachkräfte, Auszubildende und Führungskräfte Innovationen ausprobieren, erleben und mitgestalten können. Open Space Flexible Workshop-Räume mit moderner Technik können für agile Arbeitsformate und kreative Prozesse genutzt werden. Unterschiedliche Arbeitsbereiche wie Team Corners und Denkerzellen schaffen gezielte Arbeitsatmosphären. Eine Besonderheit ist das Thema Nachhaltigkeit. Denn der Innovation Hub wird ressourcenschonend gebaut und betrieben und dem KfW40-Standard entsprechen. Geplant sind eine Wärmepumpe auf dem Dach sowie eine Photovoltaikanlage, eine E-Ladestation für Fahrräder, eine Fassadenbegrünung und eine Teilholzfassade. Noch ist das Gebäude in Bau, was aber feststeht: „Wir wollen nicht nur mit der Zeit gehen. Wir wollen ihr einen Schritt voraus sein“, fasst Judith Schoch zusammen. Zukunft. — Einen Schritt voraus Die Heimstiftung erweitert ihre Zentrale in Stuttgart um einen Innovation Hub. Innovation Hub

| Gute Pflege | 2_2025 | 17 „Wir wollen nicht nur mit der Zeit gehen. Wir wollen ihr einen Schritt voraus sein.“ Dr. Judith Schoch, Leiterin des Instituts für Innovation, Pflege und Alter (IPA) 3 Fragen an Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider Sitztreppe für Wo Treppenhaus 0,0 m² Wand für "Kunst am Bau" 14,8 m² Besprechung 21,1 m² Teeküche 7,4 m² Team Corner 9,7 m² Open Space 14,5 m² Workshopraum 18,6 m² Denkerzelle 2,3 m² 25/25 25/25 Bildschirm Whiteboard Küche (bauseits) Komponenten auf Rolle Theke auf Rollen (bauseits) Besprecher (bauseits) Regalfach/Schubladen Regalfach INNOVATION HUB Hackstr. 16/1 INNENRAUMKONZEPT BÜRO 3.OG WORKSHOPS 1.OG BÜRO 2.OG LIVING LAB EG NEBENRÄUME UG Blick auf Teeküche und Think Tank Sitztreppe für Workshops und Präsentationen Think Tank Treppenhaus 0,0 m² Wand für "Kunst am Bau" 14,8 m² Teeküche 7,4 m² Team Corner 9,7 m² Space m² Workshopraum 18,6 m² lle 25/25 Bildschirm Küche (bauseits) Komponenten auf Rolle Theke auf Rollen (bauseits) Besprecher (bauseits) aden Architekten Partnerschaft Stuttgart Fax 0711/64869-299 Tel. 0711/64869-200 70197 Stuttgart Rotebühlstr. 169/1 www.arp-stuttgart.de N HUB NRAUMKONZEPT ÜRO 3.OG OPS 1.OG ÜRO 2.OG LAB EG ÄUME UG 04.04.2025 Blick auf Teeküche und Think Tank Bodenbeschichtung EHS anthrazitgrau RAL 7012 Teppichboden Büro Kugelgarn 341 volcan Wandoberfläche, Decke + Treppe Beton sichtbar Alu-Glastüre + Stahlzarge RAL 7021 schwarzgrau HPL Türblatt Pfleiderer Kreide U11102 Holzsockel h=60mm weiss Beleuchtung Büros Schreinermöbel RAL Design 227.236.228 EHS Olive Wandfarbe weiß Rauhfaser 20 Pro Deckensegel Ecophone solo Küche Edelstahl Sitztreppe für Workshops und Präsentationen Think Tank Treppenhaus 0,0 m² Wand für "Kunst am Bau" 14,8 m² Besprechung 21,1 m² Teeküche 7,4 m² Team Corner 9,7 m² Open Space 14,5 m² Workshopraum 18,6 m² Denkerzelle 2,3 m² 25/25 25/25 Bildschirm Whiteboard Küche (bauseits) Komponenten auf Rolle Theke auf Rollen (bauseits) Besprecher (bauseits) Regalfach/Schubladen Regalfach Architekten Partnerschaft Stuttgart Fax 0711/64869-299 Tel. 0711/64869-200 70197 Stuttgart Rotebühlstr. 169/1 www.arp-stuttgart.de 04.04.2025 Blick auf Teeküche und Think Tank Bodenbeschichtung EHS anthrazitgrau RAL 7012 Teppichboden Büro Kugelgarn 341 volcan Wandoberfläche, Decke + Treppe Beton sichtbar Alu-Glastüre + Stahlzarge RAL 7021 schwarzgrau HPL Türblatt Pfleiderer Kreide U11102 Holzsockel h=60mm weiss Beleuchtung Büros Schreinermöbel RAL Design 227.236.228 EHS Olive Wandfarbe weiß Rauhfaser 20 Pro Deckensegel Ecophone solo Küche Edelstahl standen, das jetzt verantwortlich dafür ist, den Hub mit Leben zu füllen. Und das bedeutet konkretes Innovationsmanagement zu betreiben, die Innovationstreibenden aus der Heimstiftung und von externen Stakeholdern zusammenzubringen. New Work ist mehr als bunte Möbel und Open Space. Können die Teams, die einziehen, damit umgehen? Wir müssen am Mindset arbeiten und einen Kulturwechsel einleiten, das ist keine Frage. Aber New Work passiert nicht auf dem Papier. Die Teams, die im Hub zusammenarbeiten entscheiden nicht nur wie der Hub aussehen und die Workspaces ausgestattet werden sollen. Sie werden gecoacht und begleitet, um sich auf eine neue, agile und übergreifende Arbeitsweise einlassen zu können. Wir sind gespannt, welche Impulse sich daraus für unsere ganze Zentrale ergeben. Warum bauen wir einen eigenen Innovation Hub? Und wäre ein Pflegeheim nicht sinnvoller? Wer die Welt von morgen mitgestalten will, muss den Mut haben, heute zu investieren. Unser Innovation Hub soll ein Nukleus werden für unsere Zukunftsarbeit, der mit der Zentrale verschmilzt, uns agiler werden lässt und uns befähigt, selbst Trends in Sachen Pflege und Betreuung zu setzen. Ich bin überzeugt, dass Innovation uns allen nützt. Ein Gebäude ist noch keine Strategie. Wer sind die Innovationstreibenden und wie kommen sie in den Hub? Natürlich – das Gebäude ist das Ergebnis der Strategie. Ausgangspunkt war 2012 unser Innovationskonzept – daraus ist das IPA (Institut für Innovation, Pflege und Alter) ent-

18 | Gute Pflege | 2_2025 | Sicher. — Wie Gewaltschutz gelingt Pflege im Fokus

| Gute Pflege | 2_2025 | 19 • Gefährdete Personen(-gruppen) • Strukturen und Abläufe • Risikoorte und -zeiten • Verhaltensregeln • Kommunikation und Beschwerdewege • Bewusstsein und Ressourcen „Es entsteht ein aktives Bewusstsein, wie ein sicheres Umfeld und Miteinander gestaltet werden kann. Wenn möglich, sollten hierbei auch die Kundinnen und Kunden beteiligt werden“, erklärt Projektleiterin Renate Eßlinger-Willer. Auf Basis der Ergebnisse der Risikoanalyse, die Die EHS sieht Diakonie als Auftrag, Menschen in Not zu helfen. Ein Grundsatz der Heimstiftung ist es daher Kundinnen und Kunden, aber auch den Mitarbeitenden untereinander mit Empathie und Achtsamkeit zu begegnen und keinerlei Form von Gewalt zu dulden. In einem Schutzkonzept sind nun Rahmen und Ausgestaltung eines sicheren Miteinanders festgehalten. Entstehung des Schutzkonzepts „Als wir mit der Entwicklung des Schutzkonzepts gestartet sind, haben wir mit einer IstAnalyse im gesamten Unternehmen begonnen. Zum einen konnte so alles erfasst werden, was an unseren über 150 Standorten im Umgang mit unsicheren Situationen jeglicher Art schon getan wird, wir konnten aber auch sehen, wo wir uns noch verbessern und vor allem Prozesse etablieren können, die Handlungssicherheit geben“, berichtet Geschäftsführerin Elke Eckardt. Für die Einrichtungen kam dabei das Instrument der Risikoanalyse zum Einsatz. Sie konzentriert sich auf die konkrete Situation vor Ort. Die Risikoanalyse war der Beginn eines kontinuierlichen Prozesses der Auseinandersetzung mit dem Gewaltschutz in definierten Themenfeldern: Sicherheit geht uns alle an. Denn wo wir leben und arbeiten wollen wir genau das: uns sicher fühlen – und wissen, wie wir diese Sicherheit wiederherstellen können, wenn sie einmal abhandengekommen ist. Aufmerksamkeit und eine sensibilisierte Wahrnehmung sind wichtige Voraussetzungen für den Gewaltschutz. > > >

20 | Gute Pflege | 2_2025 | Einige Beispiele für die Erscheinungsformen von Gewalt > > > alle drei Jahre wiederholt wird, entstehen standortbezogene Maßnahmen und ein entsprechender Qualitätsentwicklungsplan. Das Schutzkonzept der EHS definiert vier Grundsätze zum sichern Miteinander, die Bewusstsein schaffen und Handlungssicherheit geben: 1. Bewusstsein schaffen: Wahrnehmung von Gefahren und offener Umgang mit dem Thema Gewalt. 2. Haltung zeigen: Nulltoleranz gegenüber jeglicher Gewalt führt zu Handlungssicherheit aller Beteiligten. 3. Gezielt handeln: Maßnahmen zur Gewaltprävention, damit Gefahrensituationen gar nicht erst entstehen. 4. Sicher Reagieren: Intervention bei Gewaltvorfällen und Verdachtsfällen sowie deren Aufarbeitung. Pflege im Fokus Körperliche / physische Gewalt • grob anfassen • schlagen, beißen, treten, zwicken • unangemessene freiheitsentziehende Maßnahmen • unbequem hinsetzen oder hinlegen • gegen den Willen Essen oder Medikamente verabreichen Psychische Gewalt • anschreien, schimpfen • bedrängen, belästigen (stalking) • missachten (z. B. duzen ohne Einverständnis) • beleidigen • ignorieren (ghosting) • ausgrenzen (mobbing) • durch Geschenke Abhängigkeit schaffen Vernachlässigung • nicht fachgerecht pflegen • unzureichend im Alltag helfen • (emotionale) Bedürfnisse übergehen Sexualisierte Gewalt • Schamgefühle verletzen • sexuelle Andeutungen • obszöne Worte und Gesten • zeigen oder zusenden von Medien mit sexuellen Inhalten • unangemessene Berührungen • Intimkontakt verlangen • sexuelle Übergriffe • Vergewaltigung Strukturelle Gewalt • starre Zeiten der Pflege durchsetzen • Kundinnen und Kunden gegen ihre Bedürfnisse in Abläufe oder Vorgaben zwingen • Dienstplan als Machtinstrument missbrauchen

| Gute Pflege | 2_2025 | 21 > > > Wie sich Gewalt zeigt Gewalt kann sich in vielen unterschiedlichen Ausprägungen zeigen. Bei der EHS entscheidet die betroffene Person, was als Gewalt empfunden wird, nicht die Person, die die Handlung ausführt. Gewalt kann dabei unterschiedliche Ursachen haben. Diese können strukturell (z. B. Arbeitsbedingungen), kulturell (z. B. Vorurteile gegen bestimmte Personengruppen, Akzeptanz von Gewalt als Normalität) und in der Person begründet sein, die Gewalt ausübt (z. B. anschreien, bloßstellen). „Oft wird kulturelle und strukturelle Gewalt nicht erkannt, weil sie als normal angesehen wird. Besonders schutzbedürftig sind Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, da sie besonders verletzlich sind. Auch frühere Gewalterfahrungen können beeinflussen, wie eine Handlung wahrgenommen wird. Mitarbeitende in Pflegeberufen sind ebenfalls einem höheren Risiko ausgesetzt, Gewalt zu erfahren“, sagt Renate Eßlinger-Willer. Warum Schutz jeden betrifft Von Gewalt können sowohl Kundinnen und Kunden, als auch Vertrauenspersonen, Angehörige oder Mitarbeitende betroffen sein. All diese Personengruppen können genauso auch Gewalt ausüben. Die EHS hat eine klare Haltung gegen Gewalt, die im Verhaltenskompass festgehalten ist. Dort heißt es in Kurzform: „NULL TOLERANZ: Wir begegnen Menschen mit Empathie und Achtsamkeit und dulden daher keinerlei Form von Gewalt in unseren Einrichtungen.“ „Oft wird kulturelle und strukturelle Gewalt nicht erkannt, weil sie als normal angesehen wird.“ Renate Eßlinger-Willer, Projektleiterin Schutzkonzept Für ein sicheres Miteinander sind alle gefragt: • Nimm Verdachtsmomente immer ernst – egal, von wem sie geäußert werden • Gewalt kann Mitarbeitende genauso betreffen wie Kundinnen und Kunden • Achte auf besonders schutzbedürftige Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind • Sprich mit deiner Führungskraft oder deiner MAV, wenn du Grenzüberschreitungen und angespannte Situationen wahrnimmst

22 | Gute Pflege | 2_2025 | Nulltoleranz bedeutet auch, dass die EHS ausnahmslos allen Verdachtsfällen nachgeht. „Es ist dabei selbstverständlich, dass der gute Ruf einer Person wieder hergestellt wird, wenn sich der Verdacht als unbegründet erweist. Bestätigt sich der Verdacht, so wird der Vorfall konsequent verfolgt. Das heißt auch, dass strafbare Handlungen angezeigt werden“, erklärt Geschäftsführerin Elke Eckardt, die auch selbst Teil der Projektgruppe zum Schutzkonzept ist. Wissen schafft Sicherheit Je mehr Wissen, desto mehr Sensibilität. Um Gewalt vorzubeugen, sie zu erkennen, zu verstehen und ihr entgegenwirken zu können, realisiert die EHS zahlreiche Angebote zur fachlichen Qualifizierung. Eine trägerweite Ansprechperson unterstützt diesen Prozess. Führungskräfte haben beim Gewaltschutz eine Schlüsselfunktion – in der Prävention wie auch in der Intervention. Der EHS-Verhaltenskompass sowie das Führungskonzept unterstützen sie dabei. „Empathie haben, Vorbild sein und Respekt zeigen, sind nur drei unserer Führungsgrundsätze, die in der Prävention unterstützen und unsere Führungskräfte achtsam agieren lassen“, sagt Elke Eckardt. „Auch Coaching und Supervisionen kommen zum Einsatz. Sie ermöglichen es, individuell und im geschützten Raum auf Beratungs- und Qualifizierungsbedarfe einzugehen – auch das schafft Handlungssicherheit.“ Alle Regionaldirektionen, Hausdirektionen oder Residenzleitungen und Pflegedienstleitungen der Mobilen Dienste nehmen außerdem an der Basisschulung „Sicher miteinander – Prävention von Gewalt in der EHS“ teil. Die EHSLernwelt, das Lernmanagementsystem der Heimstiftung bietet weitere Möglichkeiten zur Qualifizierung, die auch dokumentiert und ausgewertet werden können. Ein Konzept, das wächst „Ein Schutzkonzept ist kein abgeschlossenes Projekt. Es ist ein Prozess, der uns begleitet und sich stetig weiterentwickelt – und das ganz bewusst“, sagt Elke Eckardt. Um diese Weiterentwicklung gezielt in unsere Abläufe zu integrieren, haben wir schon mit der Einführung des Konzepts einige Instrumente etabliert.“ Ein Compliance Committee, in dem auch die Geschäftsführung vertreten ist, reflektiert regelmäßig das bestehende Konzept und leitet aus den Bedarfen der Praxis neue Maßnahmen wie etwa ergänzende Qualifizierungsangebote ab. Außerdem beteiligt sich die EHS mit dem Haus am Staufenberg in Heilbronn an dem Forschungsprojekt „Gesund und Gewalftrei – Pflege in Baden-Württemberg“. In Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Institut sowie der Evangelischen Hochschule Freiburg nimmt das Projekt sowohl das Wohlbefinden der Mitarbeitenden als auch die Sicherheit von Kundinnen und Kunden in den Blick. „Wir ergänzen die Arbeit im Projekt um eine interne Arbeitsgruppe, um die gewonnen Erkenntnisse auch darüber hinaus zugänglich zu machen“, erklärt Elke Eckardt. „Mit unserem Schutzkonzept, all diesen begleitenden Maßnahmen und Instrumenten sowie der stetigen Reflexion und Weiterentwicklung sind wir heute und in Zukunft sicher miteinander unterwegs.“ > > > Pflege im Fokus „Empathie haben, Vorbild sein und Respekt zeigen, sind nur drei unserer Führungsgrundsätze, die in der Prävention unterstützen und unsere Führungskräfte achtsam agieren lassen.“ Elke Eckardt, Geschäftsführerin der Evangelischen Heimstiftung

| Gute Pflege | 2_2025 | 23 Hier findest du als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter weitere Infos: • Im Verhaltenskompass sind die grundlegenden Regeln unseres Umgangs untereinander zusammengefasst – ein Blick darauf hilft weiter. • Die EHS hat eine Ombudsfrau – sie ist eine zusätzliche neutrale Ansprechperson und die Antidiskriminierungs- Missbrauchs- und Gleichstellungsbeauftragte der EHS. Du kannst dich an sie wenden, wenn ein Problem besonders vertraulich besprochen werden soll. • Über das Hinweisgebersystem der EHS kannst du eine Meldung an die Compliance-Verantwortlichen senden. Sie prüfen den Fall und geben eine Rückmeldung. • In der Lernwelt ist das E-Learning EHS-Wissen zum Thema Gewaltschutz verfügbar. Es liefert dir weitere hilfreiche Informationen. EHS Schutzkonzept Weitere Infos zum Thema Gewaltschutz bei der EHS:

24 | Gute Pflege | 2_2025 | Gewaltfreie Kommunikation — Gefragt Die Bezeichnung der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GFK) sorgt manchmal für eine falsche Vorstellung. Vielleicht starten wir mit einer kurzen Begriffsklärung. Ich denke da ist es interessant, kurz auf die Entstehung der Gewaltfreien Kommunikation einzugehen. Marshall B. Rosenberg, ihr Begründer, wuchs in den USA auf. In einem Stadtteil mit sehr hohem Migrationsanteil. Als weißer, jüdisch stämmiger Junge war er dort öfter Opfer von Mobbing der Straßengangs. Eines Tages hat er erkannt, dass er die Gabe hatte auf besondere Weise mit Menschen zu sprechen – dass er sich gut ausdrücken konnte. Im Prinzip hat er dann aus der Not heraus, um nicht verprügelt zu werden, versucht die Konflikte mit Sprache zu lösen und festgestellt, dass es einen Unterschied machte. Sie haben also tatsächlich innegehalten und es kam dazu, dass man sich gegenseitig in irgendeiner Weise akzeptiert hat. Und das ist im Prinzip der Hintergrund der GFK. Es geht also darum, Klaus Fommer-Eisenlohr ist Leiter der Tübinger Akademie für Weiterbildung. Als Pädagoge und Coach begleitet er unter anderem Teams und Unternehmen durch Veränderungsprozesse. Wir haben mit ihm über die Rolle der Gewaltfreien Kommunikation für ein sicheres Miteinander gesprochen und welches Potenzial sie für die Pflege hat. unsere Sprache zu nutzen, die wir Menschen ja wirklich auch als eine tolle Gabe haben, um Konflikte zu vermeiden, wenn das möglich ist, oder bestehende Konflikte aufzulösen. Und deswegen gewaltfrei, weil man dadurch eben tatsächlich Gewalt – ob psychisch oder physisch – verhindern kann. Würden Sie die GFK als eine Kommunikationstechnik bezeichnen? Es ist eine Einstellung, eine Haltung, die aus der humanistischen Psychologie kommt. Ohne diese Haltung funktioniert es nicht. Aber es ist eben auch eine sehr klare Methodik, ein einfaches Grundprinzip, aufgebaut in vier Schritten. Es braucht beides: Die Haltung und die Methodik. Pflege im Fokus

| Gute Pflege | 2_2025 | 25 „Ich bin stolz auf das, was ich kann und darauf, was mir mein Beruf ermöglicht.“ Definitionsmöglichkeit für Stolz im Beruf andere und machen sie für Dinge verantwortlich. Um selbst den ersten Schritt zu machen und auf den anderen zuzugehen, aus der Konfrontation rauszugehen oder aus der Verletzung. Das erfordert, über seinen Schatten zu springen und da sind wir wieder beim Thema Haltung. Im Alltag kann es oft auch schon reichen, den ersten der vier Schritte zu praktizieren. Das ist ein guter Zeitpunkt, auf die vier Schritte einzugehen, die Sie jetzt schon mehrfach angesprochen hatten. Welche sind das? Der erste Schritt ist der, dass Rosenberg sagt, wenn wir etwas ansprechen, sollen wir beobachten statt bewerten. Bewerten heißt nämlich direkt in besser und schlechter einzuteilen, also Noten zu verteilen sozusagen. Besser ist, den Sachverhalt so neutral wie > > > Und wie beschreiben Sie diese Haltung? Die Haltung ist im Prinzip schnell erklärt. Rosenberg hat das immer am Beispiel zweier Tiere erklärt, die für verschiedene Verhaltensweisen stehen: Das eine Tier ist der Wolf. Er symbolisiert in dem Beispiel ein aggressives Tier, ein Raubtier. Das, was wir oft machen und was zu Konflikten führt, ist die so genannte Wolfssprache. Wolfssprache ist die Sprache, in der man immer auf den anderen zeigt und ihn dafür verantwortlich macht, dass es einem schlecht geht. Das zweite Tier ist die Giraffe. Sie symbolisiert die Gewaltfreie Kommunikation. Ich denke, sie wurde gewählt, weil sie das Tier mit dem größten Herz im Verhältnis zu ihrer Körpergröße ist. Die GFK zeigt nicht nur auf den anderen, sondern bringt die eigene Person mit ein. Wie geht es mir, wie fühle ich mich? Es geht also darum, sich selbst besser kennenzulernen und diese Erkenntnisse in die Kommunikation einzubeziehen. Im Grunde erfolgt das in vier simplen Schritten. Mit GFK kann man sich über Jahre befassen, um sie umfangreich zu erlernen. Ist die Anwendung aber auch für Laien möglich? GFK ist für jeden geeignet. Die Schritte sind erlernbar und gut anwendbar. Man muss eben die gewisse Haltung einnehmen, das bedeutet auch gewohnte Sichtweisen zu verlassen und das ist ein Prozess. Wir schieben gerne die Schuld auf Klaus Frommer-Eisenlohr, Leiter der Tübinger Akademie für Weiterbildung „Wolfssprache“ (aggressiv) und „Giraffensprache“ (mit großem Herz) Symbolik nach Marshall B. Rosenberg, Psychologe

26 | Gute Pflege | 2_2025 | möglich zu beschreiben. Ein Beispiel: Die Mutter sagt zu ihrem Sohn zu Hause in der Wohnung: „Ich sehe, dass vier Socken im Wohnzimmer herumliegen und eine Hose. Ich würde mich freuen, wenn du das aufräumst.“ Das ist ein beschreibender Satz. Ganz anders wäre es zu sagen: „Überall in der Wohnung liegen deine Sachen.“ Meist bewerten wir, in dem wir generalisieren, also solche Begriffe verwenden wie „alle“, „immer“, „überall“, „meistens“. Solche Verallgemeinerungen haben eine Gewaltwirkung, weil der andere sich wehren muss, weil er sich nicht richtig beobachtet, sondern falsch bewertet fühlt. Der zweite Schritt ist, in sich hineinzuspüren: Was macht das mit mir, welches Gefühl löst das aus? Um im Beispiel zu bleiben, könnte das bedeuten, die Mutter sagt: „Ich ärgere mich darüber.“ Das Gefühl hinter der Aussage wird deutlich. Wichtig ist hier bei sich selbst und den eigenen Gefühlen zu bleiben. Das tun wir in der deutschen Sprache häufig nicht. „Ich fühle mich von dir hinters Licht geführt, verletzt, usw.“ Wenn ein Satz schon so beginnt, suchen wir wieder die Verantwortung bei der anderen Person. Wir müssen einen Schritt weitergehen. Welches Gefühlt entsteht wirklich bei uns? Traurigkeit, Irritation, Wut? Führt uns zum dritten Schritt: Welches Bedürfnis habe ich? Meist geht es dabei um Werte, die nicht wahrgenommen oder verletzt werden. Das heißt, ich erkläre dann meine Landkarte, also, was eigentlich der Grund für mein Gefühl ist und warum mir diese vier Socken nicht gefallen. Die Mutter könnte sagen: „Für mich ist Ordnung im Haushalt ein wichtiger Wert.“ In der Regel wird unsere Haltung eben auch nachsichtiger, verständnisvoller, akzeptierender, wenn wir die Hintergründe einer Situation oder Emotion nachvollziehen können. Fehlt noch der letzte Schritt… Der vierte und letzte Schritt ist im Grunde der Wunsch an den anderen, sein Verhalten zu ändern. Das heißt, die Mutter bittet ihren Sohn, seine Sachen jeden Morgen in sein Zimmer zu räumen. Wichtig ist dann, dass dieser Wunsch oder diese Bitte so formuliert ist, dass der andere die Chance hat, sie auch zu erfüllen. Das heißt, die Aussage muss erstens ganz konkret sein und sollte zweitens immer eine Bitte oder ein Wunsch bleiben – kein verkleideter Befehl. Der andere muss die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob er dieser Bitte nachkommen möchte oder nicht. Simple Schritte, die aber gar nicht so einfach umsetzbar sind, wenn ich jetzt ganz persönlich über meine Alltagssprache nachdenke. Es muss auch nicht direkt perfekt sein. Pflege im Fokus > > > Die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation 1. Beobachten statt bewerten 2. D as eigene Gefühl ausdrücken, das ausgelöst wird 3. D ie eigene „Landkarte“ erklären. Welches Bedürfnis oder welcher Wert steckt dahinter? 4. Bitte zur Veränderung aussprechen

| Gute Pflege | 2_2025 | 27 Macht es nicht auch angreifbar, die eigenen Gefühle so offen auszusprechen? Ja klar. Es besteht immer auch die Gefahr, verletzt zu werden. Es kann schon sein, dass die Konfliktperson auf dieses Friedensangebot nicht einsteigt. Rosenberg sagt aber, dass es unterm Strich doch besser ist, dieses Risiko einzugehen. Denn wenn ein Konflikt sich erst einmal festsetzt, verbraucht es weit mehr Energie diesen wieder aufzulösen. Dafür muss man ja zuerst einmal bereit sein, sich überhaupt mit der eigenen Gefühlswelt auseinanderzusetzen, also das auch benennen zu können. Ja, das stimmt. Aber auch wenn das nicht gelingen sollte: Es ist bereits viel damit gewonnen auch nur den ersten der vier Schritte umzusetzen. Also eine Beobachtung zu formulieren und dabei nicht zu bewerten. Das lässt sich recht leicht trainieren. Wenn wir jetzt den Bogen zum Pflegeberuf schlagen: Ich kann mir da persönlich viele Anwendungsfelder vorstellen. Innerhalb der Teams, in der Kommunikation mit Kundinnen und Kunden, aber auch mit Angehörigen… Da können überall Konflikte lauern. Umso sinnvoller ist es, sich mit der Gewaltfreien Kommunikation zu beschäftigen. Rosenberg hat diese Art der Kommunikation auf der ganzen Welt angewendet. Sie erleichtert den Alltag und das ist umso wertvoller, desto anstrengender – psychisch wie physisch ein (Arbeits-)Alltag ohnehin schon ist. Da ist es doch schön, wenn nicht noch Konflikte zusätzlichen Stress bereiten. Sie sprachen gerade davon, dass Rosenberg die GFK weltweit angewandt hat – es gibt also auch ein Potenzial für die Verständigung unter Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen? Ja, es gibt sogar Berichte darüber, dass Rosenberg bei politischen beziehungsweise diplomatischen Verhandlungen beteiligt war. Wenn ich versuche, die andere Person wirklich in ihrem Verhalten zu verstehen, mit ihren Hintergründen, ihrem Wertesystem und ihrer Biografie, bedeutet das nicht, das Verhalten einfach so hinzunehmen. Aber es löst vieles in Verständnis auf und ändert die Haltung, mit der wir anderen begegnen. „ In der Regel wird unsere Haltung eben auch nachsichtiger, verständnisvoller, akzeptierender, wenn wir die Hintergründe einer Situation oder Emotion nachvollziehen können.“ Klaus Frommer-Eisenlohr

28 | Gute Pflege | 2_2025 | Balanceakt. — Vereinbarkeit von Beruf und Familie Das Ziel der EHS ist es, eine attraktive Arbeitgeberin zu sein – ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden. Deshalb gibt es viele Angebote, die helfen, Arbeit und Privatleben besser zu verbinden. Was ist das Audit? Das Audit berufundfamilie ist ein Qualitätssiegel, das Unternehmen für ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik auszeichnet. Die EHS hat dieses Zertifikat nun zum zweiten Mal erhalten. „Nach der ersten Zertifizierung im Jahr 2021 haben wir erfolgreich den Re-Auditierungsprozess durchlaufen, um unsere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu vertiefen“, sagt Milena Grieger, eine der Leiterinnen des Referats Personalmanagement. Unsere Definition von Familie „Wir haben den Prozess des Audits genutzt, uns insbesondere mit dem Begriff der Familie auseinanderzusetzen und auch für uns als Unternehmen ganz individuell zu definieren“, erklärt Hannah Walker, eine der Leiterinnen des Referats Personalmanagement. „Familie“ meint nach dieser Definition mehr als den engen Verwandtschaftskreis. Auch Personen, zu denen eine enge emotionale Bindung besteht sind „Familie“ für die Mitarbeitenden der Heimstiftung. „Es ist das Gefühl von Geborgenheit und Verantwortung füreinander, das unsere Definition von Familie prägt – nicht (nur) der Verwandtschaftsgrad.“ Was bedeutet das für unsere Mitarbeitenden? Attraktive Zusatzleistungen und eine familienbewusste Personalpolitik sind für die EHS nicht mehr wegzudenken. Das macht sich an den unterschiedlichsten Stellen bemerkbar. Den Alltag organisieren, den Job meistern und Zeit für sich selbst finden – das sind Herausforderungen, die viele kennen. Die Evangelischen Heimstiftung hat sich dieser Aufgabe gestellt und setzt seit 2022 auf das Audit berufundfamilie. Rezertifizierung

| Gute Pflege | 2_2025 | 29 der Führungsteams ermöglichen den Mitarbeitenden und Angehörigen trotzdem immer eine klare Ansprechperson“, sagt Milena Grieger. „Flexibilität schafft auch eine erweiterte Dienstvereinbarung zum Mobilen Arbeiten. Sie eröffnet neue Möglichkeiten, auch für die Mitarbeitenden der Einrichtungen.“ Auszeiten können darüber hinaus ein wichtiger Baustein sein, um wieder Kraft zu tanken. Eine klare und faire Urlaubsplanung ist hierbei die Basis für alle Mitarbeitenden. Für besonders herausfordernde Zeiten kann das Programm Rückenwind den notwendigen Freiraum schaffen – ein Kooperationsangebot mit der Deutschen Rentenversicherung. „Für größere Vorhaben, wie zum Beispiel eine Auszeit für eine längere Reise, eine befristete Reduzierung der Arbeitszeit aufgrund familiärer Verpflichtungen oder auch ein gleitender Übergang in den Ruhestand durch eine Reduzierung der Arbeitszeit ohne Gehaltseinbußen, können die Mitarbeitenden außerdem das EHS Zeitwertkonto nutzten“, erklärt Milena Grieger. „Manchmal sind es aber auch ganz kleine Dinge, die den Unterschied machen: Spielecken in unseren Einrichtungen und vergünstigtes Mittagessen für Kinder und Familienangehörige zum Beispiel.“ Verlässliche Arbeitszeiten und Auszeiten „Unser Springerpool sorgt dafür, insbesondere kurzfristiges Einspringen des Stammpersonals zu reduzieren. Das schafft Verlässlichkeit, entlastet die Teams und reduziert den organisatorischen Aufwand bei Ausfällen. Unser Ziel ist dabei, in den nächsten drei Jahren den Springerpool weiter auszubauen und die Dienstplanung durch neue Software transparenter zu gestalten“, sagt Hannah Walker. Auch der Beschäftigungsumfang spielt für viele Mitarbeitende eine große Rolle, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu ermöglichen. „Wir erleben hier, dass Führen in Teilzeit sehr gut möglich ist, wenn die Führungsaufgabe als Teamaufgabe und als das gemeinsame Tragen von Verantwortung verstanden wird. Klare Absprachen und Vertretungen innerhalb Unsere Ziele für die Zukunft In den kommenden drei Jahren möchten wir: • die Dienstplanung weiter verbessern, • den Springerpool ausbauen, • mehr Führung in Teilzeit ermöglichen, • unser Gesundheitsförderungskonzept implementieren, • den Kontakt während der Elternzeit proaktiv halten, • ein Pre- und Onboarding-Programm erarbeiten. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein fortlaufender Prozess, den die EHS mit Engagement und Herzblut gestaltet. Gemeinsam schaffen wir eine Arbeitsumgebung, die den Bedürfnissen unserer Mitarbeitenden gerecht wird. Weitere Vorteile Informationen zur EHS als Arbeitgeberin: Re-Zertifizierung im Audit berufundfamilie erfolgreich

30 | Gute Pflege | 2_2025 | Neues In Bewegung. Systemwechsel Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit. Wir geben Einblicke in Projekte, mit denen die Heimstiftung immer in Bewegung bleibt. Die Anforderungen an die Systemlandschaft in der Pflege werden immer komplexer. Sowohl im pflegefachlichen Bereich als auch in der Personal- und Finanzsteuerung. Darauf reagiert die EHS jetzt mit einem umfassenden Systemwechsel. Das Projekt ist in mehrere Phasen unterteilt und hat zum Ziel bis Ende 2027 alle führenden Systeme den aktuellen und zukünftigen Bedarfen entsprechend anzupassen. Der Wechsel betrifft alle Systeme des Unternehmens in den Bereichen Finanzen, Personal und Dokumentation sowie die Controllingsoftware, in der alle drei Bereiche zusammenlaufen. Um die Belastung der Einrichtungen und Dienste in dem Prozess möglichst gering zu halten, erfolgen die ersten Umstellungen in den Arbeitsbereichen der Zentrale. Das betrifft zum Beispiel die Zeiterfassung, die zukünftig noch einfacher, komfortabler und vor allem auch mobil möglich ist. Mit dem Systemwechsel greift die EHS ganz konkrete Anforderungen aus der Praxis auf. Die neuen Systeme sollen verbesserte Schnittstellen bieten und spürbar den Arbeitsalltag erleichtern.

| Gute Pflege | 2_2025 | 31 EHS goes CSD EHS-Familienfest Mehr als 10.000 Mitarbeitende mit Familien hat die EHS zum großen Familienfest auf dem Gelände der Rehaklinik in Bad Sebastiansweiler eingeladen. „Über die Jahre ist die Heimstiftung zu einem großen Konzern gewachsen. Trotzdem ist der persönliche Austausch etwas, das uns weiterhin auszeichnet und eine besondere Bedeutung für uns hat. Auch die Angehörigen unserer Mitarbeitenden zählen wir zu unserer großen Heimstiftungs-Familie“, sagt Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider. „Es ist uns deshalb eine große Freude, dass wir in diesem Jahr wieder ein Familienfest realisieren konnten und damit Stolz, Dank und Anerkennung zum Ausdruck bringen.“ Vielfalt verbindet. Das ist nicht nur der Titel des Vielfalts-Konzepts der EHS, sondern eine Überzeugung. Wir sind stolz auf die Vielfalt der Kolleginnen und Kollegen. Gemeinsam tragen wir zu guter Pflege bei. Diesen Stolz zeigen wir und machen uns auch in der Öffentlichkeit für einen guten Umgang mit Vielfalt stark. In diesem Jahr beteiligt sich die Heimstiftung daher erstmals als Sponsor am Christopher Street Day in Stuttgart. Die CSD-Demo findet in Stuttgart jährlich am letzten Juli-Wochenende statt und führt als Umzug durch die gesamte Innenstadt. LAUT FÜR FREIHEIT, STARK FÜR VIELFALT NIE WIEDER STILL www.stuttgart-pride.de | @stuttgartpride 11. bis 27. Juli 2025 CSD-Kulturwochen Empfang im Rathaus Fr, 11. Juli Demo und Kundgebung Sa, 26. Juli Hocketse und Infomeile Sa, 26. + So, 27. Juli Paradeking Paradeking

32 | Gute Pflege | 2_2025 | Clemens Miola, Bad Sebastiansweiler GmbH, Mössingen Seit Mai übernimmt Clemens Miola zusätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe als Regionaldirektor der Region Tübingen die Geschäftsführung der Bad Sebastiansweiler GmbH gemeinsam mit Geschäfts- bereichsleiterin Mirjam Weisserth. Jasmin Altendorf, Karl-Wilhelm-Doll-Haus, Niefern-Öschelbronn Jasmin Altendorf übernimmt seit März die Hausdirektion im Karl-WilhelmDoll-Haus in Niefern-Öschelbronn. Seit ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr ist die gelernte Pflegefachkraft bei der Evangelischen Heimstiftung. Nach der Ausbildung arbeitete sie als Pflegefachkraft und Wohnbereichsleitung, bevor sie die Pflegedienstleitung im Karl-Wilhelm-Doll-Haus übernahm. Stephanie Rebholz, Haus am Markplatz, Kappelrodeck Für die Hausdirektion in Kappelrodeck konnte Stephanie Rebholz gewonnen werden. Sie ist bereits als Trainee in der EHS und übernimmt die Leitung des Haus am Marktplatz seit Juli. Unsere neuen Führungskräfte Personalien – 2025 Oana Roman-Wendland, Fachpflegeheim Dornstadt Oana Roman-Wendland übernimmt seit November 2024 die Leitung des Fachpflegeheims in Dornstadt. Mit der Altenpflege-Ausbildung sowie zahlreichen Weiterbildungen bringt sie bereits über 20 Jahre Erfahrung im Pflegeberuf mit und war bereits als Pflegedienstleiterin und Einrichtungsleitung tätig.

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