Film ab für KI und Robotik in der Pflege

Heimstiftung lädt 90 Mitarbeitende zu „Frau Winkler verlässt das Haus“ ins Kino ein

Künstliche Intelligenz und Robotik werden die Pflege verändern. Die Evangelische Heimstiftung will dazu ins Gespräch gehen und lädt ein zu einem außergewöhnlichen Kinoabend: Heute am 6. Oktober schauen 90 Mitarbeitende im Atelier am Bollwerk in Stuttgart den neuen Film von Doris Dörrie „Frau Winkler verlässt das Haus“ gemeinsam an. Anschließend geht es um Chancen, Grenzen und ethische Fragen neuer Technologien in der Pflege – in einer moderierten Diskussion mit der Geschäftsführung. Das Interesse an der Veranstaltung war immens.

Der Film „Frau Winkler verlässt das Haus“ erzählt von einer älteren Frau, die zunächst widerwillig einen Pflegeroboter an ihrer Seite akzeptiert und schließlich eine unerwartete Beziehung zu ihm entwickelt. Damit greift Doris Dörrie Fragen auf, mit denen sich auch die Heimstiftung schon länger beschäftigt: Was kann Technik in der Pflege leisten? Wo schafft sie Lebensqualität und Entlastung? Und was bedeutet ihr Einsatz für Nähe, Selbstbestimmung und menschliche Beziehungen?

„KI und Robotik werden die Pflege verändern. Entscheidend ist für uns nicht, was technisch alles möglich ist, sondern was den Menschen tatsächlich dient“, sagt Elke Eckardt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Evangelischen Heimstiftung. „Wir wollen die Chancen nutzen und gleichzeitig sehr genau hinschauen: Was verbessert die Lebensqualität unserer Kundinnen und Kunden? Was erleichtert unseren Mitarbeitenden den Alltag? Und welche ethischen Fragen müssen wir beantworten? Darüber wollen wir offen und auf allen Ebenen unseres Unternehmens diskutieren.“

Die Heimstiftung beschäftigt sich seit Jahren mit digitalen und technischen Innovationen und erprobt neue Lösungen bewusst in der Praxis. Ein Beispiel ist der soziale Roboter Navel. Seit Ende 2023 wurde sein Einsatz in mehreren Pflegeeinrichtungen vom eigenen Institut für Innovation, Pflege und Alter (IPA) wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse zeigen: Navel kann Menschen aktivieren, Freude auslösen und zu einer positiven Atmosphäre beitragen. Zugleich wurden technische Grenzen und weiterer Entwicklungsbedarf deutlich.

Genau diese Abwägung ist Teil der Innovations- und KI-Strategie der Heimstiftung: Neue Technologien sind kein Selbstzweck. Sie müssen einen konkreten Mehrwert für pflegebedürftige Menschen oder Mitarbeitende schaffen und verantwortungsvoll eingesetzt werden. „Ein Kinofilm kann einen anderen Zugang zu diesen Themen schaffen als eine Präsentation oder eine Schulung“, sagt Eckardt. „Er darf zuspitzen, berühren und auch irritieren. Genau das wollen wir nutzen, um miteinander ins Gespräch zu kommen“.

Nach dem Film diskutieren deshalb Elke Eckardt, Dr. Judith Schoch, Leiterin des IPA und Vanessa Münzenmaier, Hausdirektorin des Albrecht-Teichmann-Stifts in Reichenbach. Im Mittelpunkt stehen dabei ausdrücklich auch die Fragen, Erfahrungen und Anregungen der Mitarbeitenden. Und die wird es sicher geben: Denn die 90 Plätze für den Kinoabend waren in Rekordzeit vergeben.